Blockchain – Was steckt hinter dem Hype?

Als digitales und innovatives Unternehmen beschäftigen wir uns natürlich gerne mit neuen technologischen Trends und versuchen diese kritisch einzuordnen. Eine solche Technologie, die v.a. über die Kryptowährung Bitcoin zum Hype geworden ist, ist die Blockchain. Welche Technologie dahinter steckt, wie das Ganze funktioniert und welche Vor- und Nachteile wir darin sehen, haben wir hier für euch zusammengestellt.

Was ist eine Blockchain?

Wie in einer Datenbank lassen sich in einer Blockchain Informationen speichern. Die Blockchain ist dabei eine Kette von Informationsblöcken in der sich aus jedem Block bestimmen lässt, ob der vorherige Block unverändert ist. So lassen sich sich Vereinbarungen zwischen Parteien zu treffen, ohne dass Vertrauen benötigt wird.

Aktuell gibt es hierfür meistens Mittelsmänner wie Banken, Notare oder Rechtsanwälte, die dafür sorgen, dass sich zwei Parteien vertragen und gegenseitig vertrauen. Die Technologie ermöglicht Verträge zu schließen, deren Integrität durch ihren verteilten Charakter sichergestellt wird. Es lassen sich Besitztümer über sogenannte Token abbilden. Wer das Token besitzt, der besitzt den Gegenstand in der realen Welt. So ist also nicht möglich, dass sich ein Token im Besitz von zwei Personen gleichzeitig befindet. Das funktioniert für Geld, aber z.B. auch für Besitzurkunden von z.B. einem Haus oder einem Auto.

Aneinandergereihte Blöcke ausgeführter Transaktionen bilden die Blockchain

3 essentielle Technologien zur Verschlüsselung der Blockchain

  1. Die Verschlüsselung der Daten geschieht über ein System mit einem öffentlichen (z.B. Adresse) und einem privaten Schlüssel (Passwort). Sobald jemand den privaten Schlüssel (vgl. mit dem Hausschlüssel) besitzt, hat diese Person Zugriff auf alle persönlichen Daten. Erst die Kombination aus öffentlichem und privatem Schlüssel, ermöglicht die Freigabe und Ausführung einer Transaktion. Das ist so weit erstmal noch nicht revolutionär neu.
  2. Die Kombination, die zu einem Block zusammengefügt wird und sämtliche Transaktionsdaten enthält, wie Zeit, Wert, Beschreibung der Transaktion, jedoch schon. Zusätzlich enthält der Block noch ein Feld, mit welchem die Prüfsumme des Blocks indirekt beeinflusst werden kann. Dieser Wert wird so lange geändert, bis die Prüfsumme (Hash) einem bestimmten Muster folgt. Diese Berechnung ist absichtlich sehr aufwändig. Über die Schwierigkeit dieser Aufgabe wird gesteuert, wie viele neue Blöcke innerhalb eines Zeitraumes erzeugt werden können. Der erzeugte Block wird einer Kette hinzugefügt, es entsteht also die besagte Blockchain, eine Aneinanderreihung schon ausgeführter Transaktionen. Jeder Block enthält dabei typischerweise einen kryptographisch sicheren Hash (Streuwert Prüfsumme) des vorhergehenden Blocks, einen Zeitstempel und Transaktionsdaten. Je mehr Transaktionen durchgeführt wurden, desto länger wird die Kette.
  3. Jede dieser Transaktionen sind jedem Teilnehmer innerhalb des Netzwerkes bekannt. Falls zwei ähnliche Ketten mit abweichenden Transaktionen entstehen sollten, entscheidet das Mehrheitsprinzip, welche Kette die richtige ist. Das System wird mit zunehmender Teilnehmerzahl immer sicherer. Ab einer bestimmten Größe ist es quasi nicht mehr möglich mehr Rechenleistung als das gesamte Netz aufzubringen und die Kette kann als sicher betrachtet werden. Daher ist auch die Rede von einer dezentral geführten Kontobuchtechnologie oder auch Distributed-Ledger-Technologie.

Ist die Blockchain unhackbar?

Die Frage nach der Sicherheit einer Technologie kann nie absolut beantwortet werden. Im Vergleich zu einer herkömmlichen Datenbank wird aber schnell klar, dass es einfacher ist einen einzelnen Rechner anzugreifen auf dem alle Daten vorhanden sind und diese zu ändern, als ein großes Rechnernetzwerk davon zu überzeugen falsche Änderungen als richtig anzuerkennen. Der Aufwand ist einfach nicht wirtschaftlich.

Quantencomputer könnten dieses Gleichgewicht allerdings durcheinander bringen, da sie Möglichkeiten bieten Aufgaben zu lösen, die mit aktuellen Rechnern nicht zu lösen sind. Da das “Mining” neuer Blöcke lediglich eine aufwändige Rechenaufgabe ist, die sich vielleicht irgendwann mit den neuen Rechnern lösen lässt, arbeitet man bereits jetzt an Methoden, Blockchain Lösungen auch dafür resistent zu machen.

Bespiele für Kryptowährungen

Welche Vorteile bietet die Blockchain?

Transaktionen lassen sich viel schneller (z.B. Geld schicken per Knopfdruck) ohne größere Zusatzkosten durchführen, da es keine Mittelsmänner mehr gibt. So fallen z.B. Bankgebühren weg. Das heißt, es geht insgesamt weniger Geld verloren, davon kann die Wirtschaft, aber auch jedes Individuum profitieren. Es erhöht außerdem das internationale Vertrauen. Wenn ein Unternehmen beispielsweise dem Geschäftspartner in China sehr schnell Geld schicken kann, erhöht das die Kooperationsbereitschaft.

Blockchains umgehen die Macht der Banken.

Weitere Vorteile:

  • Schutz großer Datenmengen mittels Verschlüsselung und Zugriffsverwaltung
  • Möglichkeit, große Datenmengen unternehmensübergreifend zu sammeln und analysieren
  • automatisches Aufspüren von Schwachstellen in der Lieferkette, im Zahlungsverkehr und anderen Geschäftsprozessen
  • Reduktion oder Vermeidung von unnötigen Kosten für die IT-Infrastruktur
  • Reduktion der Kosten für interne und externe Finanztransaktionen, Finanzreporting und Verwaltung

Welche Nachteile hat die Blockchain?

Der größte Vorteil, die Verteilung der Daten bringt auch den einen oder anderen Nachteil mit sich. Das System funktioniert erst ab einer gewissen Größe des Rechnernetzes. Es wird viel mehr Speicherplatz benötigt, als mit klassischen Datenbanklösungen, da die Daten auf (fast) allen Rechnern im Netzwerk vorhanden sein müssen. Bitcoin kam zudem zuletzt in Verruf für den enormen Energieverbrauch, der beim Erzeugen neuer Blöcke entsteht (zu Spitzenzeiten vergleichbar mit dem Stromverbrauch von Irland). Allerdings wird sich hier in der nächsten Zeit noch vieles verändern. Die Transaktionskosten, werden, dank Alternativen zum Mining (z.B. Proof of Stake), voraussichtlich abnehmen.

Der Stromverbrauch zur Entschlüsselung von Blockchains ist teilweise immens.

Weitere Nachteile:

  • Einschränkungen beim Speicherplatz
  • schwer zu verwaltende Berechtigungen
  • schwierige Integration mit bestehender Legacy im Unternehmen

Was bedeutet das für mein Unternehmen?

”Braucht mein Unternehmen eine Blockchain Lösung?” Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Viele Aufgaben lassen sich auch mit bereits bestehenden Technologien lösen. Und dennoch, Blockchain bietet einen Lösungsansatz für eine Reihe an sehr speziellen Herausforderungen, die vorher nicht anders lösbar waren. Es lohnt sich auf jeden Fall die Technologie im Auge zu behalten. Vielleicht wird euer Geschäftsmodell ja bald durch eben diese disrupted.

Anwendungsfälle Blockchain

DER Anwendungsfall – Smart Contracts

Smart Contracts basieren auf nichts Anderem als einer klassischen ‚WENN, DANN-Formel‘. “Wenn Kondition 1 erfüllt, dann führe Kondition 2 aus.”

Bsp.: Wenn du mir 500.000 für mein Haus überweist, dann bekommst du von mir die Besitzurkunde ohne, dass du oder ich dafür extra etwas tun muss (wie z.B. einen Notar einschalten). Es ist alles über die Blockchain abgesichert und der Geldgeber braucht keine Sorge zu haben, dass er die Urkunde nach Überweisung des Geldes nicht erhält.

Bei Vertragsabschlüssen ersetzt die Blockchain Mittelsmänner.

Smart Contracts sind also eine neue Form von Verträgen. Es handelt sich dabei um Protokolle, mit denen sich Verträge und ihre Abwicklung, abbilden lassen. Zugrunde liegen Computeralgorithmen, die festlegen, welche Bedingungen zu welcher Entscheidung führen. Und das, ohne eine dritte Partei, wie einen Notar, einen Anwalt oder eine Bank. Somit wird auch der Faktor Mensch als Fehlerquelle ausgeschlossen.

Power Ledger Technologie

Die sogenannte Power Ledger Technologie kann z.B. verwendet werden, um Strom gegen Geld zu tauschen. So könnte der Solarstrom des Nachbarn gegen Geld getauscht werden. Power Ledger ist eine Australische Blockchain-basierte Kryptowährung und Handelsplattform für Energie. Diese ermöglicht es dezentralisiert erneuerbare Energie zu kaufen und zu verkaufen. Die Plattform bietet den Verbrauchern Zugang zu einer Vielzahl von Energiemärkten rund um den Globus und soll auf verschiedene Energieinfrastrukturen und -vorschriften skalierbar sein.

Weltweit erneuerbare Energie gegen Geld eintauschen.

Kryptowährungen

Neben vielen weiteren Anwendungsgebieten sind weiterhin Kryptowährungen, wie Bitcoin und Etherium, mit die bekanntesten Einsatzgebiete der Blockchain. Bitcoin & Co. vereinfachen Finanztransaktionen, ermöglichen es Geld anzulegen und einfacher an Kapital zu gelangen. Dies kommt v.a. kleineren Firmen und Startups entgegen.

Kryptowährungen, allen voran Bitcoin, sind das bekannteste Einsatzgebiet von Blockchains.

Der Hype um die Blockchain hat gerade erst begonnen. Mit dieser Technologie ist schon jetzt einiges möglich, vieles steht aber noch in den Sternen. Was habt ihr bis jetzt zum Thema Blockchain gehört? Habt ihr vielleicht schon mal in Kryptowährungen investiert? Wir hoffen euch hat der Artikel gefallen und freuen uns über eure Erfahrungen und Feedback in den Kommentaren!

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